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Dez 2017 05

curt – vom Partyblatt zum Kulturmagazin

Reinhard Lamprecht, Mitbegründer und Geschäftsführer des Stadt- und Kulturmagazins curt, erzählt uns vom Erwachsenwerden und seiner Leidenschaft für “Regionalität”. – Eine Reportage von Paula Eberle, Viktoria Hager und Zoë Jungmann

Wir werden von Weber empfangen. Er beschnüffelt uns, ausgiebig. Dann erlaubt er uns, das curt-Büro zu betreten. “Lampe”, auch genannt: Reinhard Lamprecht, steht hinter ihm und begrüßt uns, entspannt. Er zeigt uns die Redaktionsräume, während Weber, der winzige Büro-Hund, voraustapst. Aus dem Büro winken uns Mitarbeiter zu. Dann führt uns Lampe in einen Besprechungsraum. In der linken Zimmerecke liegt ein Stapel alter curt-Magazine – die einzige Deko. Auf dem Tisch steht Wasser, Spezi und Redbull.

Egal, ob auf dem Zigarettenautomaten eines abgegrabbelten Clubs oder neben der Kuchentheke eines kleinen Cafés, curt begegnet man überall, in den unterschiedlichsten Nürnberger Etablissements. Aber das war nicht immer so: „Die ersten zehn Jahre waren wir total stumpf auf das Nachtleben reduziert“, erzählt Lampe lässig. „Aber das lag auch daran, dass wir damals selber viel unterwegs waren.“

Mit „damals“ meint er vor 20 Jahren, als curt entstanden ist. Zu jener Zeit erlebte ein Trend seinen Höhepunkt und zwar: Partys mit Flyern zu bewerben. Flyer häuften sich und wirbelten durch die Straßen. So entstand auch das Bedürfnis nach klaren Empfehlungen. „Es gab einfach niemanden, der gesagt hat ‚Das ist ein gutes Konzert. Geh da mal hin!’. Also dachten wir, wir bündeln das Ganze. Wir filtern es – und bieten den Clubs günstige Werbeflächen. Unsere Intention war: die Zusammenarbeit mit dem Nachtleben. Das war als Synergie gedacht.“

Dez 2017 05

Altenpflegeschule betreibt „Forschende Kunst“ zum Thema „Veränderung“

Die Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe der Gemeinnützigen Gesellschaft für Soziale Dienste (GGSD) am Bildungszentrum für Pflege, Gesundheit und Soziales in Nürnberg Langwasser gehen neue Wege bei Teambildung und Innovation: Mit dem „Ästhetischen Prozess“ erprobte das Kollegium bei seinem jährlichen Pädagogischen Tag diesmal ein Workshop-Format aus dem Ideenlabor der Kreativplattform Zentrifuge. Dabei lernten sich die KollegInnen auf neue Weise kennen und entwickelten Perspektiven für selbstorganisiertes Lernen und Arbeiten. Die künstlerische Begleitung gestaltete Uwe Weber vom Theater von Menschen für Menschen (Theater thevo).

Nov 2017 09

In einem von Ulrich Walter moderierten Gespräch stellte ENGINEERING 2050 Mitinitiator Frank Wolter das Projekt Engineering 2050 und die Cyber Engineering Objects (CEO) auf der iENA-Bühne vor.

Engineering 2050 ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Arbeitskreises „Durchgängige Anlagenplanung“ des VDI Bayern Nordost /VDE Nordbayern zusammen mit der Kreativplattform und ästhetischen Labor Zentrifuge.

Auf der IENA Bühne: Frank Wolter vom ENGINEERING 2050 Team (links) im Gespräch mit Ulrich Walter (Foto: Erika Wolter)

Auf der IENA Bühne: Frank Wolter vom ENGINEERING 2050 Team (links) im Gespräch mit Ulrich Walter (Foto: Erika Wolter)

Okt 2017 28

Phänomenologisch-transformatorische Annäherung an die klangkünstlerische Versuchsanordnung „Instant Akusmatik 2.0“ von Michael Ammann, aufgeführt im Rahmen des ZIKADEN Festivals 2017 im Kunstverein Kohlenhof, Nürnberg.

Von Michael Schels

Die künstlerische Versuchsanordnung „Instant Akusmatik“ von Michael Ammann nimmt Aspekte künftigen Forschens, das aus einem „neuen“ Bewusstsein heraus entsteht oder besser: in dieses hineinwächst, vorweg: ein definiertes Setting mit größtmöglichen Freiheitsgraden zur Erforschung unbekannter Gebiete – in diesem Fall auf den Feldern der zwischenmenschlichen Resonanz, der Wahrnehmung und des Bewusstseins. „Eigentlich ist es ganz einfach: Die beteiligten Künstler bzw. Spieler achten auf das Geschehen im Augenblick und üben ihre Intuition, Wahrnehmung und Ausdrucksmöglichkeiten in einem Klangraum, den sie gemeinsam erschaffen. Solche Echtzeitkunst wirkt entzaubernd, da sie zeigt, was ist – unsere immer aktuell gegebene Begegnung mit sinnlich und geistig erfahrbaren Phänomenen“, erläutert Ammann.

Klassischerweise ist Ammans Versuchsanordnung dem Feld der Kunst zuzuordnen, aber auch auch Fragestellungen der Psychologie, Physik, der Biologie, der Soziologie oder der Philosophie werden hier berührt.  Diese forschende Kunst führt uns die Möglichkeit, wenn nicht gar die Notwendigkeit der Verflüssigung etablierter Kategorien zur Erzeugung interdisziplinärer Perspektiven und Erkenntnishorizonte vor Augen.

Das phänomenologische Forschungsfeld von Michael Ammann entfaltet sich überwiegend im Klangraum der menschlichen Stimme, aber auch Instrumente oder Gegenstände werden auf ihre Klangmöglichkeiten hin erforscht und „erhellt“. Solcherart geschaffene Töne und Geräusche werden durch stereophon angeordnete, hochempfindliche Mikrofone so erfasst, dass sie über Lautsprecher fein nuanciert in einem holofonen Klangraum wiedergegeben werden. Der Klang wird durch hochauflösende Kleinmembranmikrofone erfasst und wie durch ein Vergrößerungsglas in den Raum projiziert. Bewegungen des Stimmgebers an den Mikrofonen sind geradezu körperlich nachvollziehbar, Klänge und Geräusche sind an bestimmter Stelle im Raum positioniert oder bewegen sich mit unterschiedlicher Intensität und Färbung analog der Bewegung des Stimmgebers an den Mikrofonen durch den Raum. Die Wahrnehmung dieses Ereignisses erfolgt mit geschlossenen Augen, der Fokus der Wahrnehmung richtet sich auf das pure, spürende Hören.

RAWK / Instant Akusmatik am 27. August 2017 im Kunstverein Kohlenhof. Nürnberg, v.l.n.r.: Julian Bossert, Uwe Weber, Michael Ammann, Barbara Kastura

BRAWK / Instant Akusmatik am 27. August 2017 im Kunstverein Kohlenhof. Nürnberg, v.l.n.r.: Julian Bossert, Uwe Weber, Michael Ammann, Barbara Kastura

Okt 2017 23

Der Webradiomacher Tim Faber im Gespräch.

Das KochBlogRadio und wie es sich verändert hat. Sein Gründer erzählt davon.
Ein Interview von Laura Ehrhardt, Theresa Straub und Daniel Neumeier

- Dr. Tim Faber ist der Mann hinter KochBlogRadio: Doch wer war er davor?

Ein klassischer Jurist. Vor und während meines Jura-Studiums habe ich nebenbei schon Radio gemacht: Moderation und Redaktion. Insgesamt habe ich zwölf Jahre beim Privaten Hörfunk gearbeitet, bis ins Jahr 1999. Ich war bei UKW-Sendern, wie dem Oldie-Sender Radio 5 oder bei Charivari 98.6 in Nürnberg. Denn das Radio ist schon seit frühester Jugend meine Leidenschaft. Aber nach meinem Studium habe ich erst einmal aufgehört mit diesem Hobby.

Sep 2017 30

Vom Widerspruch, seine Freiheit auszuleben und die Zuhörer zu fesseln

Im September 2017 feiert Radio Z sein 30-jähriges Jubiläum. Das „Mitmachradio“ steht für Toleranz, Offenheit und Freiheit. Aber feiert es auch Hörerzahlen, Reichweite und Relevanz? – Eine Reportage von Johannes Zenk und Lasse van Schoor

Es ist ein schlechtes Zeichen: An diesem Tag rufen viele Hörer an, um den Titel eines Liedes zu erfahren, den eine Notfall-Schaltung abgespielt hat. Wird auf der Frequenz von Radio Z mehr als 15 Sekunden Stille gesendet, spielt der Computer automatisch irgendeinen Titel vom Musikserver. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Moderator während der Sendung auf die Toilette geht und nicht genau abschätzen kann oder will, wie lange der Song dauert, den er gerade aufgelegt hat. Kommt er nicht rechtzeitig zurück übernimmt die Software. – „Das darf natürlich nicht so oft passieren. Auch bei uns gibt es ein paar Regeln“, sagt Sylvia Glawion, Geschäftsführerin bei Radio Z, „Und manchmal müssen wir unsere Leute schon ermahnen.“

Freiheit unter Beschuss

Abläufe? Regeln? – Die Geschichte des sich selbst finanzierenden, alternativen Radiosenders beginnt in einem modrigen Keller, als die Initiative noch klein und unbekannt war. Damals, noch mit einer Sendezeit von nur wenigen Stunden, genoss man vollkommene Freiheit. Vieles, so erzählt man sich, sei recht wild gewesen, überraschend, unkoordiniert, aber eben auch spontan.

So frei, dass eine Sendung für Schwule (damals der „Fliederfunk“) schon einmal detailliert über bestimmte Sexualpraktiken berichtete. Danach bekam Radio Z von Seiten der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) eine saftige Strafe aufgebrummt und geriet – wieder einmal – in die Schusslinie von Zeitungen und Verlagen, selbsternannten Medienwächtern, Vertretern der Kirche und konservativen Politikern.

Früher gab es viele, die Z hörten und alles, jeden sprachlichen Ausrutscher, jeden anzüglichen Songtext, jeden Witz und jeden Kommentar akribisch mitschrieben, um den Sender die begehrte Frequenz streitig zu machen. Doch heute fehlt von ihnen jede Spur.

Inhaltlich hat sich die Situation entspannt – weil Radio Z sich heute eher selbst kontrolliert. Aber auch, weil die Gesellschaft offener geworden ist. Ein Umstand, zu dem Radio Z selbst etwas beitragen wollte und wohl auch beigetragen hat.

Jul 2017 18

Interdisziplinäre Ideen und Innovationen über die Grenzen von Technik, Kunst, Design und Kommunikation hinweg zeigen – das war Ziel des Festivals “Hack & Make” vom 23. bis zum 25. Juni 2017 im Nürnberger Z-Bau. Mit der Vorstellung der CEO (Cyber Engineering Objects) aus dem interdisziplinären Projekt ENGINEERING 2050 von VDI Bayern Nordost, VDE Nordbayern und der Zentrifuge lag man bei der Hack & Make somit genau richtig. Hacker haben das Wissen, wie man Prozesse gestalten kann, entwickeln Visionen, vernetzen sich untereinander und bilden größere Prozesse, die zu einem sichtbaren Wandel in der Industrieproduktion führen.

Engineering 2050 bekam auch Besuch vom Deutschen Museum München: Melanie Saverimuthu, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Zweigstelle Nürnberg" (Mitte) zusammen mit Matthias Barbian und Gabriele Hösch. Im Hintergrund rechts eine Arbeit von Klaus Haas, entstanden innerhalb des Projekts "Forschende Kunst im virtuellen Raum"

Jun 2017 29

Die Zentrifuge ist ein ästhetisches Labor.

Nina Metz und Otmar Potjans präsentierten die Zentrifuge beim CreativeMonday am 26. Juni 2017 in der Kulturwerkstatt Auf AEG. Danke Nina Metz für die Gestaltung der Charts.

Die Präsentation kann —> hier als PDF heruntergeladen werden.

Und als blätterbare Version:

Mai 2017 31

Autor: Moritz Ortegel

Dieser Text basiert auf einer Promotionsarbeit, die unter dem Titel „„Heimat für Kreative!“: Übersetzungen der „Kreativitätsskripte“ in den lokal-spezifischen Kontext der Europäischen Metropolregion Nürnberg“ am Institut für Geographie der FAU Erlangen-Nürnberg geschrieben wird. Der Autor Moritz Ortegel hat für das Magazin PILOT und für On-Index folgende Essenz daraus erstellt:

‚Kreativität‘ zu fördern gehört heute zum Standardrepertoire der Stadt- und Regionalentwicklung. Insofern überrascht es wenig, dass auch die Europäische Metropolregion Nürnberg „Heimat für Kreative“ werden und die sog. Kultur- und Kreativwirtschaft fördern will. Offenheit, Diversität und Toleranz gelten in der wissenschaftlichen Debatte als wichtige Elemente, die eine Stadt und Region attraktiv für ‚Kreative‘ machen und ein Umfeld schaffen, in dem Kreativität zu einer positiven Entwicklung beiträgt. Wie aber soll dieses Umfeld gefördert werden?

Ein zentraler Baustein, der von allen – egal, ob Kreativszene Auf AEG und in Nürnberg, Wirtschaft oder Politik und Verwaltung der Metropolregion – ins Spiel gebracht wird, ist das ‚Netzwerken‘. Wenn man aber genauer hinsieht, stellt sich die Frage, wer hier eigentlich mit wem wie vernetzt werden soll. Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen und Umsetzungen, die im folgenden näher betrachtet werden sollen:

Es existieren mindestens drei Vorstellungen von Kreativität parallel in der Metropolregion, die auf unterschiedliche Akteure und Öffentlichkeiten zielen und unterschiedliche Formen des Netzwerkens nahe legen. Die oft spontanen und netzwerkaffinen freien und subkulturellen Szenen schaffen sich entsprechende Orte und Situationen, sei es Auf AEG, in der Quelle, bei Ausstellungseröffnungen, in Szenekneipen, in offenen Werkstätten oder bei Netzwerkevents wie dem Creative Monday. Netzwerken gilt als zentrale Ressource, die Experimentierräume öffnet und die projektbasierte Arbeitsweise der Kultur- und Kreativwirtschaftsszenen auszeichnet. Kreativität ist dieser Vorstellung nach ein Effekt der freien und subkulturellen Szenen und Netzwerken läuft eher kleinteilig auf Ebene von Nachbarschaften und an szenespezifischen Orten im informellen Umfeld ab. Parallel dazu existieren Vorstellungen von Kreativität im Sinne technologischer Innovation und als Teil soziokultureller Aktivitäten. Die drei Vorstellungen überlappen sich teils und/oder widersprechen sich. Ich möchte diese parallel existierenden Varianten, aber auch Hindernisse für ihr Gelingen am Beispiel metropolitaner Politik und alltäglicher Prozesse Auf AEG beleuchten, um diese zu verstehen und so Grundlagen für neue und offene Verbindungen herzustellen.

Apr 2017 09

Ein Aufruf von Michael Schels

Künstler und Kreative: Verschenkt eure Ideen und eure Kreativität nicht!

Die Stadt Nürnberg ruft im Rahmen des Bewerbungsverfahrens zur Kulturhauptstadt 2025 zur Partizipation auf. Das hört sich erstmal ganz gut an – wow, wir sind zur Partizipation aufgerufen! Wir dürfen mitmachen! Im Prinzip ist Partizipation ja etwas Positives, man kann sich an einem öffentlichen Prozess beteiligen, Stadt mitgestalten etc… Für „einfache“ Bürger, die ihr Brot anderweitig verdienen, mag das eine tolle Sache sein, doch für Kreative und Menschen, die vor kreativen Ideen nur so sprudeln und davon auch leben (wollen), ist das ein gefährliches Terrain: Bring deine Ideen ein und die Stadt macht damit, was sie will. Vorsicht ist also geboten – wenn Frau Prof. Lehner, die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg, „ihr“ „Künstlerprekariat“ zur Partizipation aufruft, dann kann damit nur gemeint sein; Gebt uns eure Ideen, verschenkt uns euch wie gehabt und seid dankbar, wenn ihr dafür ein paar Almosen bekommt. Im Grunde brauchen wir euch eh nicht, denn eins ist jetzt schon klar: das große Geld bekommen etablierte Agenturen und Künstler, die wie üblich aus Renommeegründen von weither eingekauft werden. Hauptsache kein Risiko eingehen.

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