follow us at facebook follow us at facebook follow us at facebook
Sep 2013 17

Vernissage Bericht von Edgar Kucharzewski:
250 Vernissage Gäste wurden am 14.9.13 in die „Klangzone“ auf der Quelle hereingelockt, welche die Dresdener Performancekünstler Detlef Schweiger und Robert Zeissig für sie gestaltet hatten. Dann lud „Lady Ma-ga & Prince Negativ“ (Krakau) zur Theaterperformance ein: „Schaltet den Computer aus und vertraut euren Gefühlen“. „Material Klang“ (Helmut Kirsch und Tim Hufnagel), sowie die Jazzformation „Lady and Tramps“ performten während „Agressiva 69 aus Krakau extra für dieses Event angereist war.

Großflächig gehängt verteilen sich Bilder, Installationen und Plastiken gleichberechtigt im Raum. Durchblicke zwischen den Säulen im Quelle – Areal hinterlassen den Eindruck einer modernen aktuellen Ausstellung.
Piotr Korzeniowskis 888 Fotoquadrate sind in einer Bodeninstallation so feinfühlig ausgelegt, dass sie im Ernstfall einem Dominoeffekt zum Opfer fallen könnten.
Heike Wurthmanns menschenleeres Schiff mit breit verteilten Schwimmwesten, aus gelben Küchentüchern genäht, haben nichts vom ihrer Aktualität verloren. Täglich landen Bootsflüchtlinge in Lampedusa an.
Die Geschichtsinstallation „Von hier aus- die Bilder verschwinden“ verweist auf das Areal des ehemaligen Reichsparteitags Geländes. Edgar Kucharzewski hat mit Materialbildern und bedruckten Stoffbahnen die Verbindung vom jüdischen Friedhof der Synagoge in Krakau zu den Deportierten Nürnbergs hergestellt. Deren Namen wurden in einer Aktion auf der „Großen Straße“ auf Kärtchen ausgelegt und mit einem Stein beschwert. Bevor die Bilder verblassen, die Erinnerungen entschwinden, wird hier nochmal u.a. Bezug genommen auf einen „Geschichtsmarathon“, dem die Stadt damals mit einem „Betreten Verboten!“ bedachte.
Prof. Bajek bezieht sich in seinen großformatigen Digitaldrucken auf „Schindler`s List“. Bei der Produktion des Filmes wirkte er als Statist mit.
Tiutia Putia, ein in London lebender Künstler konnte seine filigranen Figuren aus Knetmasse nicht alle rechtzeitig zur Ausstellung schicken. Sie haben den Londoner Flughafen nicht verlassen, weil sie unter „Bombenverdacht“ standen: „Betreten verboten!“.
Christian Ruckdeschels Plastik greift mit Ecken und Kanten in den Raum, während Alexandra Böhm aus Hamburg ihre filigranen Betongüsse zu einer eigenen Auslegung postiert hat.
Jakub Najbarts „Zeppelinfeld“ ist mit gelb-schwarzen Absperrungsbändern versetzt: „Betreten verboten!“.
Witold Stelmachniewicz gibt uns in einem Raum Geschichtsunterricht, indem er Fotomotive von Leni Riefenstahl verfremdet.
Lutz Kruteins „Welcome“ versammelt acht großformatige Plakatdrucke zur konterkarierten Themenbearbeitung.
Es gibt viel zu sehen und zu entdecken. Besonders die Arbeiten von Michael Stonawski werden wohl erst auf dem zweiten Blick als solche erkannt, weil sie sich mit unseren Wahrnehmungsgewohnheiten kritisch auseinander setzen. Ein rundum sehenswertes Ausstellungsprojekt gilt es zu entdecken, wie uns die ersten 125 Besucher am Sonntag bestätigten.

„Betreten Verboten?“ – Internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst

QUARTIER Q / QUELLE, FÜRTHER STR. 205, 90429 NÜRNBERG
14. September bis zum 6. Oktober 2013
jeweils Freitag 16.00 – 20.00 Uhr, Samstag 14.00 – 18.00, Sonntag 14.00 – 18.00 Uhr.
Führungen jeweils Samstag und Sonntag 15.00 Uhr
29 Künstler aus ganz Polen und 21 deutsche Künstler eröffneten gemeinsam die Ausstellung. Der „KulturTransporter e.V. und die Krakauer Partnerorganisation „Fundacja Transporter Kultury“ haben das Projekt gemeinsam gestemmt. Im Jahrewechsel sind so Großprojekte in Krakau: „Identity, 2012, und nun „Betreten Verboten?“ entstanden. An der Jahresausstellung in Krakau 2014 wird bereits gearbeitet. Anlässlich des 35-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums trifft man sich wieder.

www.kulturtransporter.de

Leave a Comment