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Mrz 2012 20

Ein Interview von Franziska Doehla.

Als Treppenhaus bezeichnet man laut Definition* einen Gebäudeteil oder den Raum in einem Gebäude, in dem sich eine Treppe befindet, die mehrere Geschosse vertikal miteinander verbindet.

Eigentlich kein Ort, an dem man gerne verweilen möchte und doch steht gerade dieser Gebäudeteil im Mittelpunkt der Galerie im Treppenhaus. Leiterin der Galerie mit Schwerpunkt Fotografie, ist Gabriella Héjja – Fotografin, Künstlerin, Kreative.

FD: Ich habe im Vorfeld viel über Ihren Werdegang gelesen, aber ich denke, bevor ich hier alles wiedergebe, ist es für den Leser interessanter von Ihnen zu hören, wie genau Sie zur Fotografie gekommen sind.

GH: Ich bin in Ungarn geboren und habe dort viele Jahre als Model gearbeitet. Durch das Arbeiten vor der Kamera fing ich an, mich mehr und mehr für Fotografie zu interessieren, bis ich schließlich selbst damit angefangen habe. Seit acht Jahren lebe ich in Deutschland und bin seit fünf Jahren in dieser Galerie tätig.

FD: Welche Schwerpunkte behandeln Sie in Ihrer Fotografie?

GH: Angefangen habe ich mit Stillleben und experimentellen Arbeiten – allerdings beschäftige ich mich mittlerweile auch mit der Portraitfotografie. In der Galerie haben wir uns zum Ziel gesetzt, den ganzen Facettenreichtum der Fotografie zu zeigen und uns nicht nur auf bestimmte Bereiche zu konzentrieren.

FD: Ihre Galerie befindet sich, wie der Name es auch schon vermuten lässt, in einem Treppenhaus. Wie kam es zu dieser Idee einen solchen Ort als Galerie zu nutzen?

GH: Die Galerie wurde in Zusammenarbeit mit Professor Erzigkeit**, der leider 2010 gestorben ist, vor fünf Jahren gegründet. Er hatte diese Räumlichkeiten entdeckt und erkannte sofort das Potenzial dieses Gebäudes.

FD: Hatten Sie bei den Vorbereitungen und bei der Entstehung der Galerie viele Unterstützer?

GH: Wir wurden von zahlreichen Personen – auch Privatpersonen – und Vereinen unterstützt. In der Ausstellung zum fünfjährigen Jubiläum, welche vom 24. November bis 22. Dezember 2011 stattfand, habe ich Förderer, Unterstützer, Künstler und Politiker im Vorfeld portraitiert um zu verdeutlichen, wie viele Menschen die Galerie in den letzten Jahren begleitet haben.

FD: Auf einem der Portraits konnte ich Michael Schels von der Zentrifuge Nürnberg erkennen. In welcher Verbindung stehen Sie mit der Zentrifuge?

GH: Michael Schels habe ich kurz nach der Eröffnung der Galerie kennengelernt. Ich denke, das war zwischen 2006 und 2007. Seither haben wir mehrere Projekte gemeinsam realisiert. 2009 zum Beispiel organisierten wir zusammen eine Fotoausstellung hier in der Galerie.

FD: Auf einer Veranstaltung des Creative Monday haben Sie vor einiger Zeit einen Vortrag gehalten. Um welche Inhalte ging es?

GH: 2009 haben wir den Fotowettbewerb “Fotoszene Metropolregion” ins Leben gerufen. Beim Creative Monday habe ich dieses Projekt vorgestellt, um weitere Interessenten anzusprechen und es haben sich anschließend auch anwesende Fotografen für die Ausschreibung beworben.

FD: Wer sind denn die Initiatoren dieses Wettbewerbs?

GH: Initiatoren waren Professor Erzigkeit und ich in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Photographie, kurz DGPh und das Forum Kultur der europäischen Metropolregion Nürnberg. Ein Mitglied der Jury ist übrigens Michael Schels. Dieser Wettbewerb findet alle zwei Jahre statt. Der nächste wieder 2013!

FD: Wie verfahren Sie mit den eingereichten Bewerbungen?

GH: Bei der letzten Ausschreibung 2010, die zu dem Thema “Städtebau und Urbaner Raum” stattfand, haben sich ca. 40-50 Fotografen beworben. In der Jury wurden anschließend Arbeiten ausgewählt und diese in einer Ausstellung präsentiert. Zusätzlich bekommen 2012 fünf der Wettbewerber, welche durch ihre Arbeiten besonders aufgefallen sind, die Möglichkeit ein breiteres Spektrum ihrer Arbeiten hier in der Galerie zu präsentieren.

FD: Was sind Ihre zukünftigen Pläne, Ihre Vorstellungen im Bezug auf die Galerie?

GH: Weiter machen. (lacht)

FD: Im Vorfeld habe ich gelesen, dass Sie gerne die Zusammenarbeit mit ausländischen Künstlern intensivieren wollen. Läuft dieses Projekt bereits?

GH: Ich habe bereits Kontakt mit ungarischen Fotografen und Fotovereinen. Eine Ausschreibung im Ausland wird aber oft durch organisatorische Probleme erschwert. Aber künftig möchten wir gerne noch mehr ausländische Künstler hier vorstellen.
Um die deutsch-ungarische Zusammenarbeit zu intensivieren, habe ich zudem zum ersten Mal für 2012 eine Sommerakademie für deutsche Fotografen in Ungarn organisiert. Ungarische Fotografen werden vor Ort als Dozenten in verschiedenen Bereichen der Fotografie fungieren.
Wer gerne mehr darüber erfahren möchte, kann weitere Informationen auf der Webseite www.galerie-treppenhaus.de finden.

* Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Treppenhaus
** Professor Erzigkeit, ehemaliger Leiter des Bereichs Klinische Psychologie des Uniklinikums Erlangen.

Anmerkung: Dieses Interview entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen der Georg Simon Ohm Hochschule und der Zentrifuge im Wintersemester 2011/12. Studenten des Fachs “Verbale Kommunikation” portraitierten und interviewten Menschen, die bei diversen Creative Mondays in der Zentrifuge als Presenter zu Gast waren. Dieses Projekt wurde von Prof. Max Ackermann angeregt und begleitet, der damit dem Creative Monday, der Zentrifuge und den mit ihr verbundenen Kreativen ein Gesicht geben wollte. Wir danken Herrn Professor Ackermann und seinen Studenten herzlich für die Unterstützung!

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