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Okt 2011 27

Stadt, Land, Kreis, Fluss

Die Gruppe „Der Kreis“ ist der erste Zusammenschluss von Künstlern im fränkischen Raum nach dem Zweiten Weltkrieg. Mehr Möglichkeiten eine größere Vielfalt an Kunst präsentieren zu können, bildete den Anlass für die Gründung im Jahr 1947. Mit der Eröffnung der Kreisgalerie neben dem Germanischen Nationalmuseum ging im Jahr 2000 ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: ein festes Domizil, das Künstlern der Region als Forum dient.

Die Ausstellungen in der Kreisgalerie stammen zur Hälfte von Mitgliedern selbst, zur anderen Hälfte von Künstlern, auf die der Verein ein besonderes Auge geworfen hat. Maximal 30 Mitglieder nimmt die Interessengemeinschaft auf, damit der Rahmen überschaubar bleibt. Die Individualisten haben sich von Anfang an keinem gemeinsamen Programm verpflichtet. Auch deshalb wohl konnte der Verein so lange bestehen: Denn jedes Programm stößt, anders als Offenheit, mit der Zeit an Grenzen. Ob die Mitglieder einen Künstler aufnehmen möchten oder nicht, hängt von der Qualität der Werke ab. So relativ dieses Kriterium auch ist, haben die Mitglieder in den vergangen Jahrzehnten stets ein gutes Gespür bei der Auswahl bewiesen. Oskar Koller zum Beispiel, um einen der Bekanntesten zu nennen, wurde aufgrund früher „Talentproben“ aufgenommen. Michael Matthias Prechtl, Wilhelm Uhlig und Brigitta Heyduck stießen dazu, noch bevor sie als renommiert gelten konnten.

Die Absage an kurzlebige Trends mag einer der Gründe dafür gewesen sein, dass die Gruppe zunächst resistent blieb gegenüber neuen Darstellungsformen, die in den 1960er Jahren mit Performance- und Installationkunst aufkamen. Dies hatte sich 1987 gründlich geändert. Mit der ebenso gewagten wie spektakulären Ausstellung „Kunst im Fluss“ gelang dem Kreis in jenem Jahr ein durchschlagender Erfolg in der Öffentlichkeit. Rund 20 Kunstwerke ließen sich zwischen Liebesinsel und Heilig-Geist-Spital, teils in der Pegnitz, teils am Rand nieder und verwandelten die Stadtlandschaft in eine Bühne für moderne Kunst und Happenings.

Junge Positionen sollen in Zukunft noch stärker Eingang finden in den Kreis, verrät der Bildhauer und Vorsitzende Hubertus Hess. Interessen-Teams innerhalb des Vereins organisieren Gruppenausstellungen eigenständig, in der Regel anhand eines Themas. Bei „37°“, einem Künstlersymposium mit internationalen Gästen, wurde der Nürnberger Reichswald zur Spielfläche. Der Radius der Aktivitäten reicht über die Grenzen der Stadt hinaus, unter anderem zu Nürnbergs Partnerstädten Prag, Skopje, Krakau. Bei allen Unterschieden im Herangehen und im Alter – die Spanne reicht von 30 bis 90 Jahre –, teilen sich die Künstler die Auffassung, dass Kunst gelebt werden sollte, nicht nur im Atelier, sondern in der Öffentlichkeit. Auch der Eintritt in die Kreisgalerie ist daher frei.

Öffnungszeiten:
Mittwoch 16 – 20 Uhr
Donnerstag und Freitag 14 – 18 Uhr
Samstag 11 – 15 Uhr
Sonntag und Feiertags nach Vereinbarung

Kreisgalerie
Kartäusergasse 14
90402 Nürnberg
Tel.: 0911 / 2348610
www.kreis-nuernberg.de

ON! Index bedankt sich bei Oliver van Essenberg für die Bereitstellung dieses Artikels (Quelle: „Lebensart genießen“, www.lebensart-nuernberg.de)

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