Portrait: Zentrifuge0
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Der Verein „Zentrifuge – Kommunikation, Kunst und Kultur“, 2008 gegründet, realisiert in einer 600 qm großen Halle auf dem ehemaligen AEG Gelände spartenübergreifende Kulturprojekte. Initiator der Zentrifuge ist der Diplomjournalist Michael Schels, der seit vielen Jahren Kulturprojekte in der Region organisiert und kommunikativ begleitet. Warum der Name Zentrifuge? „Auf AEG wurden früher Waschmaschinen gefertigt, die ja bekanntlich mit Zentrifugalkraft arbeiten“, erklärt Schels. „Der einprägsame Name hat einen Bezug zum Ort und versinnbildlicht auch die Absicht des Vereins, nämlich wie eine Zentrifuge Energie zu entfalten, die stark nach außen wirkt.“
Herr Schels, ebenfalls Mitglied des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg, achtete bei der Formulierung der Vereinssatzung darauf, die Metropolregion von vornherein in das Vereinsziel einzubinden. Dementsprechend lautet die zentrale Passage der Satzung: „Zweck des Vereins ist die Förderung von Kommunikation, Kunst, Kultur, Bildung und sozialen Aktivitäten in der Metropolregion und darüber hinaus.“
Michael Schels (Vorstand Zentrifuge) und Susanne Neumann in der Ausstellung “Weißes Gold” in der Zentrifuge
(c) Foto: Jürgen Neumann
Zentrifuge Community
Im Januar 2009 startete die Zentrifuge mit der ersten Ausstellung. Seitdem fanden bislang zwölf weitere Ausstellungen Auf AEG statt, bei denen insgesamt über 100 Künstler präsentiert wurden. Ergänzend findet ein spartenübergreifendes Kulturprogramm statt, bei dem vor allem experimentelle Projekte eine Plattform finden. Die Künstler bringen sich kostenlos ein – sie unterstützen die Zentrifuge als einen virtuellen und realen Ort der Begegnung, an dem sich Kulturschaffende und Kulturinteressierte miteinander vernetzen und austauschen. Über die Internetseite www.zentrifuge-nuernberg.de hat sich mittlerweile eine Community mit über 300 registrierten Mitgliedern gebildet. Die meisten Zentrifugisten haben kreative Berufe – neben Bildenden Künstlern fühlen sich auch Tänzer, Musiker, Designer, Programmierer, Architekten oder Literaten angesprochen. Auch andere Berufsgruppen zählen dazu, beispielsweise Marketingfachleute, Geschäftsführer, Lehrer oder Politiker. Denn letztlich ist ja jeder in seinem Bereich kreativ und kann von anderen lernen, wenn er nur aufgeschlossen ist. Die Zentrifuge ist ein idealer Ort für Menschen, die offen aufeinander zugehen und sich auf Neues einlassen.
(Kultur-)Wirtschaftliche Perspektiven
Die Zentrifuge wird vom Kulturreferat der Stadt Nürnberg und vom Bezirk Mittelfranken gefördert, zudem gibt es mehrere Sponsoren, die vorwiegend mit Sachleistungen die Arbeit des Vereins unterstützen. Öffentliche Förderung und Sponsoring allein werden jedoch nicht ausreichen, um der Zentrifuge eine nachhaltige Perspektive zu geben. Hier sind weitere Ansätze gefragt, wobei die Zentrifuge sehr innovativ vorgeht: Seit einem Jahr setzt sich der Verein über die Ausstellungen hinaus intensiv mit der Kultur- und Kreativwirtschaft auseinander. Mittlerweile ist die Zentrifuge ein zentraler Akteur in einem überregionalen, zunehmend auch internationalen Netzwerk, das die Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft vorantreibt.
Aus der Zentrifuge heraus wurde das Netzwerk „Creative Hotspots Nürnberg“ gegründet. Impulsgeber war Vereinsmitglied Markus Teschner, Mitinitiator und -organisator des „Webmontags“ – einer Veranstaltung, bei der sich Aktive aus der IT- und Internetszene austauschen. Dieses Format wurde in der Zentrifuge für die Kultur- und Kreativwirtschaft angepasst – der „Creative Monday“ war geboren. Akteure aus den verschiedenen Teilbranchen treffen sich nun regelmäßig in der Zentrifuge, präsentieren spannende Projekte und erfahren dabei, woran Kollegen aus anderen Bereichen arbeiten. Architekten begegnen Werbeprofis, Tänzer lernen Musiker kennen, Designer lassen sich von Bildenden Künstlern inspirieren, Game Designer tauschen sich mit Schriftstellern aus … die Kombinations- und Synergiepotenziale sind nahezu unbegrenzt. Da die Zentrifuge ihre zentrale Rolle als Treffpunkt und Schnittstelle für Kreative ausbauen und festigen will, hat sie ihre Aktivitäten auch publizistisch erweitert. Mit dem Magazin „ON – Kultur und Kreativ Index“ präsentiert sie Akteure aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in einem Weblog (www.on-index.de). Zielsetzung ist, die besten Beiträge einmal pro Jahr in gedruckter Form erscheinen zu lassen. Die erste Ausgabe ist für Ende 2011 anvisiert. „Unsere Vision ist, die Zentrifuge zu einem auch wirtschaftlich funktionierenden Inkubationsort für kreative Kräfte Auf AEG zu entwickeln. Wir arbeiten an der Verwirklichung dieser Vision, indem wir Vernetzung und Professionalisierung vorantreiben und Transparenz herstellen“, betont Zentrifuge-Vorstand Schels. Der Projektleiter „Auf AEG“, Bertram Schultze, fügt hinzu: „Dass die Zentrifuge nach nicht einmal zwei Jahren mit einem “Nürnberg Stipendium” gewürdigt wird, zeigt, wie wichtig ihr Beitrag für Auf AEG, aber auch für den Stadtteil Muggenhof und den ganzen Nürnberger Westen ist. Wir blicken mit den Machern der Zentrifuge optimistisch in die Zukunft.“
Zentrifuge – Kommunikation, Kunst und Kultur e.V.
Muggenhofer Str. 141, 90429 Nürnberg
Tel.: 09 11 / 13 25 13-3, Fax: 09 11 / 13 25 13-2
E-Mail: info@zentrifuge-nuernberg.de
www.zentrifuge-nuernberg.de
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