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Mrz 2014 02

Ort: Werkstatt 141 Auf AEG

Termin: 24. Februar 2014

Der CreativeMonday wird organisiert von der Zentrifuge in Kooperation mit dem Neuen Museum Nürnberg und Phocus Brand Contact. Er wird gefördert durch das Programm „Ideen.kreativ.innovativ“ der Stadt Nürnberg und unterstützt durch das Kulturbüro Muggenhof (KUF)/Werkstatt 141.

Moderation: Michael Schels, Markus Teschner, Sabrina Weyh
Team am Empfang:
Manü Werzinger, Doris Wüst
Text dieses Rückblicks:
Michael Schels, Zentrifuge

Der Laden brummte mal wieder beim 14. CreativeMonday Nürnberg. Am Montag, 24. Februar 2014, kamen etwa 100 Personen Auf AEG, die Werkstatt 141 war voller interessierter, begeisterungsfähiger Menschen. Naturgemäß kamen viele aus der Kreativwirtschaft – Designer, Fotografen, Künstler, Musiker, Autoren, Journalisten. Aber auch Kreative und Neugierige aus anderen Wirtschaftsbereichen waren zugegen und ließen sich an diesem Abend bezüglich Kreativpotenzial in Nürnberg und Umgebung auf den neuesten Stand bringen. Nach den Präsentationen und den anschließenden Kurzvorträgen (Pitches) wurde eifrig die Gelegenheit zu Netzwerken genutzt. Ein Abend voller Inspiration und guter Laune.

Es wurde bereits an anderer Stelle über diesen CreativeMonday berichtet, unter anderem auf dem Weblog von Nürnberg und so und bei Der Onliner. Die Fotos von Thilo Schumann waren noch am selben Abend im Web zu sehen. Bei diesem Tempo können wir von der Zentrifuge nicht mithalten. Dieser Rückblick musste erst einige Tage reifen.

Nach der Begrüßung durch Michael Schels, Sabrina Weyh und Markus Teschner (Teamkollegin Eva Martin vom Neuen Museum konnte an diesem Abend leider nicht dabei sein) spielte der Komponist und Diplom-Musiklehrer Martin Staeffler eigene Stücke auf der akustischen Gitarre – technisch ausgefeilt, auf hohem spielerischen Niveau und voller Gefühl. Seinen musikalischen Beitrag schickte er ein lyrisches Präludium voraus und trug zwei ausdrucksstarke, irritierende Gedichte des Nürnberger Allroundkünstlers Michael Dietlinger vor: „Ohne Antwort“ und „Absurd“. Die Musikstücke hießen „#1 – Animé aus: Drei Etüden für Gitarre nach dem Julianischen Kalender“ sowie „Der Hoffnung Tochter“ (angekündigt als „kleine Rhapsodie“).

Nach der musikalischen Einstimmung kam Nataša Dragnić auf die Bühne – die Erlanger Bestsellerautorin präsentierte das Kulturzentrum KUNO, in dem sie sich engagiert – u.a. als Leiterin von Schreibwerkstätten, und das ihre zweite Heimat geworden ist. Ursprünglich hieß das 1975 gegründete KUNO „Kulturladen Nord“, hier haben sich zahlreiche politische Gruppierungen und die ersten Umweltinitiativen getroffen. In den letzten zehn Jahren bewährte sich die inhaltliche Konzentration auf die Sparten Literatur und Bildende Kunst, ebenso wie eine große Auswahl an Veranstaltungen und Bildungsangeboten. Aus dem ehemaligen „Kulturladen Nord“ formte sich der Begriff „Kulturzentrum KUNO“.

Nataša gab einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten des KUNO, der auch das Literaturzentrum Nord beherbergt: „Als ich vor drei Jahren das erste Mal den KUNO betrat, ahnte ich nicht, dass unter anderen Schriftstellern auch Gerald Falkner, Marc Buhl, Andrea Maria Schenkel, Christiane Neudecker, Ulrike Draesner, Tanja Dückers, Pauline Füg, Nora Gomringer in einem der vielen KUNO-Räumen aus ihren Werken vorgelesen haben. Das Literaturzentrum Nord, geleitet von Siegfried Straßner, hat sich zur festen Adresse der Förderung nordbayerischer Literatur entwickelt. Lesungen, Sonderveranstaltungen, Schreibwerkstätten und die Federführung des Literaturpreises der Nürnberger Kulturläden haben mit dem renommierten Literaturfest „WortWärts“ zu überregionaler Bedeutung und Bekanntheit geführt.“

Kontrastierend zu dem über Jahrzehnte gewachsenen Kulturort KUNO folgte ein Vortrag von Julia Jonas (Friedrich Alexander Universität, Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik I, Bereich Innovation und Wertschöpfung) und Barbara Sopart (Art Directorin bei Phocus Brand Contact) über eine quasi am Reißbrett entstandene Kreativ-Einrichtung, die demnächst im Zentrum Nürnbergs eröffnet wird: Das JOSEPHS. Die Nürnberger Nachrichten schrieben dazu: „Ein offenes Labor? Das ist eigentlich ein Widerspruch. Denn Laborarbeit läuft meist aus gutem Grund hinter verschlossenen Türen ab. In Nürnberg bald nicht mehr: Denn in der Karl-Grillenberger-Straße öffnet im Mai das Josephs – und dort kann jedermann Produkte und Dienstleistungen testen, die noch nicht auf dem Markt erhältlich sind.“

JOSEPHS - die Service-Manufaktur“ ist ein Projekt der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS, eine Einrichtung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS. Mit der Eröffnung im Frühjahr 2014 wird mit dem JOSEPHS ein sichtbarer Standort für innovative Service-Konzepte in der Nürnberger Innenstadt etabliert. Dabei dient das JOSEPHs als Plattform und Ort, um Unternehmen, aktive und interessierte Bürger, Start-Ups und die Öffentlichkeit interaktiv zu vernetzen. Das JOSEPHS ist ein Platz, der offen, kreativ, interaktiv, innovativ, kommunikativ und kooperativ die Gestaltung von zukünftigen Lösungen fördert, die Mehrwert stiften. Als Projekt der Service Factory Nürnberg wird das JOSEPHS durch das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gefördert und in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik I der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg umgesetzt.

Fragen aus dem Publikum bezüglich der Möglichkeiten, dieses Labor als Freiberufler oder als Unternehmer zu nutzen und auch bezüglich der Kosten blieben unbeantwortet. Man hatte den Eindruck, dass hier mit nicht unerheblichen öffentlichen Geldern ein Kreativraum aus dem Boden gestampft wird und die Kreativen dabei irgendwie außen vor bleiben. Es wird sich noch zeigen müssen, wie interaktiv, offen und kreativ diese Einrichtung tatsächlich sein wird.

Nach dieser hochfliegenden Konzeptpräsentation eines Projektes, das sich erst noch bewähren muss, brachte Hannah Rabenstein das Publikum wieder zurück auf den Boden der Kreativität: Als Absolventin der TH Nürnberg und frisch ausgestattet mit einem Bachelor of Arts, gab sie einen Einblick in die Welt der Zeichen und Schriften. Der Titel ihres Vortrags lautete „Reden ist Silber, Schreiben ist Gold“. Souverän kombinierte sie ihre Präsentation am Beamer mit einer nostalgisch-bezaubernden Live-Perfomance am Overhead Projektor. Ihre Bachelorarbeit mit dem schönen Titel „STIFTUNDWARENTEST“ ist Ausdruck einer unbändigen Liebe zur Schrift: Kaum ein Material, das sie nicht für ihre Schreibexperimente ausgetestet hätte – mit durchweg kunstvollen Ergebnissen. Hin und wieder gestaltet Hannah auch digitale Schriften. Nicht ohne Stolz auch auf Seiten der Zentrifuge erwähnte Hannah, dass ihre Schrift „Acid Jazz“ Premiere in der ersten Ausgabe des Magazins PILOT feierte.

Die anschließenden Kurzpräsentationen entfachten ein Feuerwerk an außergewöhnlichen Ideen und inspirierenden Projekten:

Sandra Engelhardt machte das Projekt HEIMAT bekannt, das Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen soll und diese Begegnungen mit Spaß und Genuss verbinden will. Den Anfang macht ein Imbisswagen, in dem auch Menschen mit Behinderung arbeiten. Um potenzielle Träger von ihrem Gastronomie-Inklusions-Konzept zu überzeugen, sind Sandra und ihr Team im Sommer 2014 mit “HEIMAT mobil” auf Nürnberger Festivals, Stadtteilfesten und Kultur-Veranstaltungen unterwegs.

Ralph Ehmann stellte das ambitionierte Projekt FXpo vor – eine Initiative internationaler Filmprofis, die in Nürnberg (!) eine völlig neuartige Film-Ausstellung realisieren wollen. Es soll eine High-Tech Ausstellung entstehen, die aus privaten Sammlungen namhafter Entertainment-Profis besteht und das Ganze mit holographischen Komponenten und Interviews kombiniert.

Inci Ceylan unterstützt die Arbeit von Jürgen Enninger von Nürnberg aus. Als Ansprechpartnerin Bayern arbeitet sie beim Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. Ihr Thema: Kreativ arbeiten mit Erfolg.

Ronald Zehmeister präsentierte PILOT, ein neues Kulturmagazin aus Nürnberg für Nürnberg und die Region, das sich auch an die Wirtschaft wendet. Herausgeber ist die Zentrifuge. Die zweite Ausgabe erscheint Ende März.

Hubert Rottner lud zum 3. Nürnberger Businesskongress ein, der am 21. März in Nürnberg stattfindet – diesmal mit den Schwerpunkten Innovation, Nachhaltigkeit und Glück.

Anastasia Baron brachte mit ihrem Kreativbühne Team im Stil eines Improtheaters das Thema “Verkaufe Selbstgemachtes im Einzelhandel!” auf die Bühne. In einer Fachvermietung kann man mit geringem Aufwand selbstgemachte Unikate im Einzelhandel verkaufen.

Die Designstudentin Yasmin Yagsatan präsentierte ihr Projekt “MYY GREEN TABLE“. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit möchte sie für einen Tag ein POP UP RESTAURANT in Nürnberg eröffnen. In einer einzigartigen Umgebung wird sie einer begrenzten Anzahl von Gästen mithilfe eines kompetenten Teams ein kreatives Menü anbieten und ein außergewöhnliches gastronomisches Erlebnis gestalten. Stellt sich nur noch die Frage: Wo? Anregungen und Angebote sind herzlich willkommen.

Ein Vertreter der Bamberger Studierenden machte auf Kontakt - das Bamberger Kulturfestival aufmerksam, das in diesem Jahr vom 29. Mai bis zum 1. Juni stattfindet. „Kontakt“ erstreckt sich erstmals über die Grenzen des Festivals hinaus: Bis in das nächste Frühjahr hinein veranstaltet das studentische Team regelmäßig Konzerte, Lesungen, Theater, Workshops und mehr. Ihre Idee dabei ist, an ungewöhnlichen Orten in Bamberg ungewöhnliche Kultur zu präsentieren. Unterstützer und MitstreiterInnen sind herzlich willkommen.

Mareike Roth und Oliver Saiz stellten ihr Design- und Strategielabor Hoch E vor. Unter dem Motto „Wahnsinn braucht Methode“ stellen sie sich Fragen wie: Gibt es den Geheimcode für authenisches Design? Mit welchen Methoden wird Design erfolgreich? Sind Emotionen steuerbar?

Carlos Lorente ist beim CreativeMonday schon lange kein Unbekannter mehr – so hatte er am Rande eines CreativeMondays einen Graffiti Workshop durchgeführt und letztes Jahr stellte er das Urban Art Festival am Nürnberg Westbad auf die Beine. Unermüdlich arbeitet er voller Einsatz weiter am Thema – diesmal will er noch mehr auf die Fläche: Fassaden Flash ist ein Projekt, bei dem Graffity Kunst öde Hausfassaden auffrischen und damit auch das Stadtbild beleben soll. Jetzt müssen nur noch Hausbesitzer oder Immobilienverwaltungen Fassaden zur Verfügung stellen. Auch Sponsoren sind gewünscht – aber Carlos weist darauf hin: Es kommt keine Werbung auf die Wände. Da sind wir mal gespannt und drücken die Daumen.

Im Anschluss an die Kurzvorträge wurde wieder eifrig genetzwerkt. Schon mal vormerken: Der nächste CreativeMonday findet am 26. Mai 2014 im Neuen Museum statt.

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